Noch 4 1/2 Stunden…

Mittwoch, April 8th, 2009

… dann sitze ich wieder im Flieger. Der Koffer ist (total ordentlich!) gepackt, ich bin vorberietet - hoffe ich.

Heute bin ich nochmal durch die Stadt gestreift und habe sogar einen neuen Park gefunden (wer es immer noch nicht mitbekommen hat: Ich find Parks toll!). Die Victoria Gardens in East Perth liegen direkt am Swan River und einer kleinen Bucht. Neben einem ordentlichen Park mit allem was man da in Australien erwartet (BBQ, Baenke, Baeume, Spielplatz, Toiletten, etc.) gibt es dort eine Unmenge toller Hauser. Wenn ich mal Geld hab will ich da hin ziehen. Sah teilweise aus wie in Disney World. Aber soo toll.

Gestern war ich in Joondalup (ein Suburb) und da hat ein Shopping Centre mal gleich noch die umliegenden Strassen aufgemoebelt. Ueberall gepflegte Baeume und roter Asphalt auf der Strasse. Sehr schoen, aber irgendwie uebertrieben…
Hab dann gestern noch meine Androhung wahr gemacht und bin mit der S-Bahn an so viele Endbahnhoefe wie moeglich gefahren (bei 5 Linien und laengstens einer Stunde Fahrt durchaus moeglich. Neben Joondalup hab ich noch Mandurah und Midland geschafft. Zumindest fast. InMandurah war ich zwar, da war die “Stadt” aber zu weit vom Bahnhof weg, als ich da noch hingewollt haette. Vor allem, weil ich schonmal mit dem Bus durchgefahren war auf meiner Tour in den Suedwesten. Bis nach Midland habe ich es nicht geschafft. Bin zwei Haltestellen vorher in Guildford ausgestiegen. Das wirkte nett und es war sowieso nur noch ne halbe Stunde bis Sonnenuntergang (der hier momentan gegen sechs Uhr ist). Nach dem Aussteigen habe ich dann festgestellt, dass das eine sehr gute Idee war. Guildford war einer der ersten Siedlungen ausserhalb Perths in WA, ein nettes kleines Colonial “City” (in Westausatralien ist ja alles ueber 5.000 Einwohner eine Stadt). Schoene alte Haeuser, zum Teil gut hergerichtet, schoene Wohngegenden und ueberhaupt liegt das Oertchen auf einer Insel zwischen zwei Fluessen. Der Nachteil: Die S-Bahn verlaeuft direkt zwischendurch und teilt den Ort in 2 Teile. Den Schildern am “Heritage Trail” (Der Ort ist als “National Heritage City” gelistet) zur Folge waere es beim Bau der Bahn 1850 oder so beihnahe zur Revolte gekommen, selbst London musste sich einmischen, weil sich die Einwohner mit Haendern und Fuessen gegen die Teilung ihres Dorfes gewehrt haben. Hat aber nichts gebracht. Und die Bahn stoert leider wirklich (so sehr ich ja den offentlichen Nahverkehr liebe [wenn ich mal gross bin, moechte ich wo leben, wo es eine S-Bahn gibt!], hier hat er den Ort kaputt gemacht). Trotzdem noch eine schoene Siedlung. Und meine Intuition und Gluech mit Bussen, Bahnen und dem richtigen Zeitpunkt zum Aussteigen hat mal wieder super mitgespielt. Warten musste ich auf Zuege nie mehr als 2 Minuten, und es hat sich gelohnt, die Tageskarte fuer umgerechnet 4, 30 Euro zu kaufen.

Soweit aus Australien. In anderthalb Stunden holt mich der Airport Shuttle ab. Ich hab schon gegessen (Tiefkuehllasagne, richtige ist ohne Backofen schwer herzustellen…) bin fertig und verbringe die restliche Zeit noch mit ein bisschen Lesen. Bis in Singapur - wo es leider regnen soll, behauptet wetter.de. Glaub ich erst, wenn ich da bin. Immehrin soll es waermer sein als hier. Perth: 27 Grad, Singapur: 32 Grad. Wie ich hoere, soll es ja zu Hause ganz annehmbar sein…

Bis dahin, mein Flieger geht um Viertel nach Mitternacht, dass ist Viertel nach 6 Uhr abends bei euch. Freitagabends bin ich wieder zu Hause.

Kings Park II

Sonntag, April 5th, 2009

Wie vor Wochen angekuendigt, war ich heute zum zweiten Mal im Kings Park und dem botanischen Garten. War immer noch sehr toll. Besonders nachdem ich herausgefunden habe, dass da ein Bus hochfaehrt, der ja auch noch kostenlios ist. Und bei meinem Glueck musste ich nur 3 Minuten warten, bis der einmal stuendlich fahrende Bus kam. Ich hab so ein Glueck bei sowas. Dann hab ich mich unter die vielen Rentner, Paerchen und Familien mit vielen (sehr vielen) total suessen kleinen Kindern (ich will auch) gemischt und 2 Stunden auf dem Gras gelegen und gelesen. Und dabei auf einen Musterbrunnen geguckt. Ja, sowas haben die hier. War aber nur ein kleines Muster, dafuer aber ein grosser Brunnen.

Bevor ich hochgefahrne bin, habe ich mir meine Faehueberfahrt nach Rottnest Island gekauft, die ich morgen frueh um halb 9 antreten werde. Das Fahrrad hab ich auch gemietet, also steht morgen einem schoenem Tag nichts im Weg.
Auch wenn das Maedel am Counter zu bloed war, meinen Namen richtig abzuschreiben. Sie tippt den Namen direkt von der YHA Karte ab. Was steht dann auf dem Ticket? “Girbel” Tsts.

Interessanterweise wird man hier in Australien bei Kreditkartenzahlungen fast immer nach der PIN gefragt, Unterschrift gibt’s fast gar nicht mehr hier. In Deutschland hab ich noch nie mit PIN bezahlen muessen…

Der Tag & Planungen

Freitag, April 3rd, 2009

Heute habe ich den Tag am Strand von Scarborough verbracht. Nachdem ich festgestellt habe, dass die S-Bahn da nicht wie in Freemantle oder Cottesloe quasi einen Block vom Strand haelt, sondern etwa 4 Kilometer, habe ich auf gut Glueck mal geguckt, ob da nicht auch ein Bus hinfahert. Ich habe ja Glueck in sowas und habe dann an der zentralen Bus Station festgestellt, dass dort eine Linie hinfahert und ausserdem bemerkt, dass die genau jetzt fahert. Also bin ich kurz entschlossen zum Bus gelaufen und eingestiegen. Aus dem Bus sieht man sowieso mehr als aus dem schnell fahrenden Zug.
So ging es dann eine dreiviertel Stunde durch die Vororte und Ausfallstrassen bis ich dann Scarb. Beach ankam.

Viel groesser als Cottesloe und (natuerlich) in exzellentem Zustand. Die haben sogar eine Art Amphitheater direkt am Strand. Zweifellos wird das fuer die Wettkaempfe der SLSCs von Scarborough und North Scarborough und Co. SLSC steht fuer Surf Life Savings Club, also eine Art DLRG, die es ueberall gibt und eine Art australische Ikone sind. Es gibt jaehrlich Meisterschaften, in denen sich die besten Clubs Australiens miteinander messen.
Vor 2 Wochen waren die 5 taegigen Wettkaempfe in Perth - ich war ja leider auf Tour  und konnte deshalb nicht dabei sein.

Der Strand ist also viel groesser und hat vor allem auch eine richtige Brandung. So bis zu zweieinhalb Metern und dementsprechend auch viele Surfer, die ihr Glueck versuchen. Hab mich dann dort hingeflaezt und ein Buch gelesen und an meinem Braenungsgrad gearbeiet.

Ich habe heute geplant, am Montag mit der Faehre nach Rottnest Island zu fahren und mir dort ein Fahrrad zu mieten (Autos undCo gibt es dort nicht). Die Insel soll sehr schoen sein und liegt “direkt” vor Freemantle. Kostet zusammen (inklusive Fahrrad und Helm) etwa 40 Euro, geht also noch. Montag deshalb, weil es an Wochenenden dort extrem voll ist und ausserdem zusaetztlich noch die Osterferien vor der Tuer stehen, was es nochmal voller macht. Ich werde berichten.

Öfter mal was neues

Mittwoch, April 1st, 2009

Ich hab ja schon viele Nächte in Hostels geschlafen, aber das war mal neu:

Nachdem ich gestern Abend in der Spätvorstellung im Kino war (Duplicity), bin ich noch 2 Stunden ins Internet gegangen, um die gestrigen Berichte zu schreiben. Das Internet war gestern kostenlos, weil das YHA grade umgebaut wurde und den Provider wechselt und so.

Jedenfalls wollte ich dann um Viertel vor 2 Uhr ins Bett, komme ins Zimmer und stelle fest, dass alle Betten belegt sind. Inklusive meinem. Nicht nett.

Was macht man in so einem Fall? Ich bin zur Rezeption gegangen und gefragt, was die normalerweise in so einem Fall machen. Kurze Zeit später ist der Rezeptionist dann mit Namensliste mit hochgekommen, hat alle aufgeweckt um den rauszufinden, der offensichtlich nicht ins Zimmer gehört. Hat etwas gedauert, diese besoffenen Iren zu wecken.

Derjenige, der dann nicht hier hin gehörte wurde aus dem Hostel gekickt. Dummerweise war das aber nicht derjenige, der in meinem Bett lag. War alles estwas großes Durcheinander. Weil ich aber nicht das ganze Zimmer “Bettchen-wechsel-dich” spielen lassen wollte, es aber auch keine frische Bettwäsche mehr gab, hab ich mir dann mein Travelsheet geschnappt und im Bett von irgendwem anders geschlafen. Komische Leute das.

Heute Mittag hab ich mir dann mal “mein” Bett wieder gesichert (der, der da heute nacht drin geschlafen hat, will sein richtiges Bett auch wieder haben…) und bin mal gespannt, ob ich es diese Nacht auch bekomme, ohne eine schlafende Person von meinem Schlafanzug rollen zu müssen.

Gesehene Filme II

Dienstag, März 17th, 2009

New in Town

Renee Zellwegger muss ihr tolles Leben in Miami verlassen und im tief verschneitem Minnesota eine Backwarenfabrik uebernehmen. Mit dem Leben dort (in einer Stadt namens New Ulm mit scheinbar vielen gottesfuerchtigen Deutschen Auswanderern) kommt sie so gar nicht zu Recht. Nach einigem Hin und Her schafft sie es, sich dort einzuleben und wird bei den Leuten beliebt. Just in dem Moment beschliesst ihr Boss, die Fabrik ganz dicht zu machen.
Aus der Not heraus entwickelt sie einen Plan und versucht so die Fabrik und das Kaff New Ulm zu retten…

Ich habe sogar gleich 2 Entschuldigungen, wieso ich diesen Film gesehen habe:

1. Es hat heute geregnet und ich brauchte eine Indoorbeschaeftigung

2. Es ist Dienstag und dann kosten alle Tickets nur 10 A$. :-)

3. Ich haette ja auch lieber “The International” geguckt, aber der kommt nur morgens um 10 Uhr -  und da bin ich mit Muehe grade aufgestanden…

So, morgen geht es frueh um 7 Uhr los auf Tour nach Broome - mal sehen, ob ich unterwegs dazo komme, was zu schreiben…

Cottesloe

Montag, März 16th, 2009

Wie gestern angekuendigt war ich heute mit dem Zug unterwegs und habe den Strand von Cottesloe besucht (liebevoll von den Einheimischen auch “Cott” genannt). Die S-Bahn haelt zwei Blocks entfernt, man folgt einem ausgeschildertem Weg zum Strand (an Wochenende und Feiertagen nimmt einem diesen Fussweg natuerlich ein kostenlsoser Busshuttle ab!), laeuft einen Berg hoch und wieder runter und ist nach knapp 10 Minuten am Strand.

Der Strand ist aber nicht einfach nur ein Strand, sondern Schauplatz der “Sculpture by the Sea”-Ausstellung, die dort noch bis naechste Woche stattfindet. Nicht wie ich irrtuemlich annahm, aus Sand, sondern aus allem, was dem Kuenstler grad einfiel. Waren ein paar sehr interessante Sachen dabei und auf der Reuckfahrt hatte ich am Bahnhof eine Diskussion mit einem Herren darueber, ob die 4 Strohhuetten mit Tueren (aber ohne Waende!) auch zur Ausstellung gehoerten oder nicht. Er meinte ja, man haette nur die Plaketten extra weggelassen, damit man drueber nachdenkt. Aber gut, der Herr hatte auch das Programmheft gelesen, ich nicht…

Der Strand von Cottesloe ist ansonsten sehr schoen und extrem sandig. Und natuerlich ausserordentlich gut gepflegt. Nirgendwo auch nur ein Schnipsel Papier. Dafuer viele badende Menschen und ich. Ich hab es mir mit meinem Buchneuerwerbungen und einem Handtuch auf dem Sand bequem gemacht und versucht, meine Bauarbeiterbraeune etwas auszugleichen. Bisher sind naemlich hauptsaechlich meine Unterarme sehr dunkel, der Rest halt eher wenig.

Inzwischen halte ich mich sogar an “Slip. Slop. Slap.” - eine Regel, die in Australien jeder ab 3 Jahren eingeblaeut bekommt und die besagt: “slip on a shirt, slop on sunscreen, and slap on a hat“. Wirklich wahr. Seitdem es seit einigen Jahrzehnten auch verdamt viele Hautkrebsfaelle gibt, halten sich die meisten Einheimischen auch daran, die bleoden Touristen natuerlich weniger. Aber die leben ja auch nicht immer hier unter dieser extremen Sonne.
Ich hab mich also eingecremt, mein T-Shirt nur fuer begrenzte Zeit ausgezogen und trage oft meinen Hut, den ich zufaellig beim Packen im Koffer gefunden habe. Woher kommt der eigentlich? Wer hat mir den geschenkt? Ich bezweifle einfach mal, dass ich den selbst gekauft habe. Aber hier kommt man sich mit Hut nicht bloed vor, weil viele Caps tragen, oder gleich moeglichst breitkrempige Huete. Also alles gut. Bisher bin ich auch noch nicht wirklich verbrannt. ;-)

Kings Park | Parks | Krieg?

Sonntag, März 15th, 2009

Ich bin ja ein Mensch, der durchaus einfach zufrieden zu stellen ist.
- Stellt mich in einen grossen Supermark (z.B. Woolworths oder Coles, Albertsons oder Publix - funktioniert aber leider nur bedingt mit deutschen Supermaerkten!) und ich kann mich super mindestens eine Stunde zwischen den Regalen austoben und gucken was es tolles gibt. Beispielsweise Joghurt mit Kaesekuchengeschmack. Den hab ich letzte Woche wiederentdeckt und gleich gekauft. Schmeckt immer noch nach Kaesekuchen, auch wenn ich nicht recht akzeptieren will, das Joghurt nach Kaesekuchen schmeckt (inklusive knusprigen Boden in fluessiger Form). Aber gut, trotzdem ein must buy fuer mich. Jeden Tage gehe ich einkaufen, nicht weil ich es muesste, sondern weil sich in den riesigen Regalen so tolle Dinge verstecken, die alle entdeckt werden wollen (ausserdem baut “mein” Woolies grade um und sieht jeden Tag anders aus - ein weiterer Grund, jeden Tag zu kommen).
- Auch sehr toll: Der Bahnuebergang neben dem Hostel. Da stand ich letzte Woche 20 Minuten begeistert daneben und habe beobachtet, wie sich nicht nur die Schranken schlossen, sondern zusaetztlich auch ein Tor am Personenuebergang auf und zu ging. Beeindruckende Technik, die mich begeistert. Und in den 20 Minuten kamen immerhin 8 Zuege. Ich konnte mir also den Spass machen und mich zwischen den 6 Gleisten einsperren lassen und sonstige Scherze. Ich hatte wirklich Spass…irgendwie bin ich doch nur ein grosses Kind manchmal.
- Gebt mir eine grosse, gepflegte Parkanlage und ich bin die naechsten zwei Stunden gluecklich. Habe ich heute erst wieder ausprobiert. Ich bin in den Kings Park gelaufen. Der liegt am anderen der Stadt und dorthin bin etwa eine Stunde gelaufen, allerdings mit kurzen Stopps zwischendurch. Erstaunlich wie gruen man selbst eine Autobahn erscheinen lassen kann… Auf dem Weg hatte ich die Gelegenheit, aus jedem moeglichem Blickwinkel einen Blick auf die Skyline zu werfen und Fotos zu machen. Interessanterweise beginnt auch direkt hinter dem CBD ein gehobenes Wohnviertel mit wirklich sehr exklusiven Blick auf den Swan River (der geneigte Leser mag sich erinnern, dass der der Fluss ist, an dem Perth liegt). Sah teuer aus dort. Und direkt im Anschluss daran gelangt man in den Kings Park inklusive der Botanical Gardens (letztere habe ich leider erst zu spaet entdeckt, muss ich wohl nochmnal los).

Der Kings Park liegt auf einem Huegel und ueberblickt den Swan River und die Stadt. Da heute Sonntag istk, war entsprechend viel los; ueberall liegen Menschen auf dem extrem akurat geschnittenem Gras, Familien rollen Kinderwagen die Gegend und hier und da wird gepicknickt. Alles in einer extrem gepflegten, gruenen Umgebung. Mir gefaellt sowas ja sehr, besonders in Australien, wo alles so aussieht, als es grade erst gestern eroeffnet oder fertig worden (meistens ist es das auch). Ich habe mich also auf mein Handtuch geflaezt und ein Buch rausgeholt, die grade gekaufte anderthalb Liter Flasche Wasser (siehe oben) danebengestellt und mich anderthalb Stunden hingelegt, Leute angeguckt und gelesen. Sehr toll das. Nachdem ich dann um halb 6 beschloss, es waere Zeit einen Weg nach Hause/zum Hostel zu finden, der komplett anders ist als der Hinweg, stellte ich fest, dass hinter dem Kings Park die Botanical Gardens beginnen. Hier wird native australsiche Flora “ausgestellt” und erklaert, nach verschiedenen Regionen sortiert. Leider hatte ich keine Zeit mehr dafuer, also werde ich mich nochmal auf den Weg auf dem Berg machen und mir das genauer ansehen, genug Zeit habe ich ja.

Eine weitere (wiederholte) interessante Feststellung: Australier stehen total auf Krieg. Vor allem auf den ersten Weltkrieg.  Ueberall in allen oeffentlichen Parks in Australien wimmelt es nur so vor War Memorials. Jedes einzelne Batallion wird seperat geehrt, jeder Soldat mit Namen erwaehnt, wenn er nur ein Gewehr halten konnte und dabei gestorben ist. Besonders kurios: Auf dem Weg runter zum Fluss begleiteten mich alle 50 Meter Hinweisschilder, die in exaktem Masstab einen Pfad in Indonesien wiedergeben. Jede der Tafeln erklaert, wo man sich agrade auf diesem Pfad befinden wuerde, wenn man in Indonesionen und nicht in Perth waere, und warum dieserOrt so wichtig fuer die ANZAC Truppen war und welche Kaempfe genau da mit welchen Verlusten stattgefunden haben. Einfach nur erstaunlich. Man stellen sich sowas mal in Deutschland vor! Gut, wird schwierig - schliesslich waren wir immer die “bad guys”.  –  Habe ich schon erwaehnt, dass es hier eine Eletronikmarktkette gibt, die sich “The Good Guys” nennt? Deren Werbung im Fernsehen ist einfach nur toll. Sie singen die ganze Zeit “We’re the good guys” nach einer bekannten 80er Melodie (die mir grad entfallen ist) und im Bild toelpeln sie durch den Laden und machen oefter mal was kaputt und haben Spass.

Ueberhaupt ist Fernsehwerbung hier komplett anders: Sehr viel regionaler, jeder Laden macht Werbung mit Adresse in Perth oder nem Vorort. Leider ist die Werbung dadurch oft auch extrem unproffessionell. Laut schreiende Menschen, grelle Farben, wirbelnde Sachen - schlimm. Und irgendwie lustig. Mich fasziniert sowas.

Sorrry - meine Gedanken wirbeln heute auch etwas, aber sowas muss ja auch mal sein. Ich weiss, ich muss noch den Exkursionsbericht von Borneo und den Tourbericht von letzter Woche schreiben. Kommt noch. Versprochen. Ich weiss nur noch nicht genau wann. Letzter auf jeden Fall noch vor Mittwoch.

Fuer morgen plane ich einen Strandtag. Mit dem Zug geht es 15 Minuten nach Cottlesloe an den dortigen Strand, der sowas wie der Stadtstrand ist und an dem es zur Zeit uebrigens Australiens groessten Sandfiguren-Wettbewerb gibt. Ich bin gespannt, was ich da morgen zu sehen bekomme.

Hostelleben

Sonntag, März 15th, 2009

Ich bin wieder zurueck von der Tour in den Suedwesten. Davon nachher mehr.

Jetzt wohne ich wieder im YHA, allerdings leider nicht mehr im ersten Stock, sondern im 2. Leider deshalb, weil hier jeder Stock eine andere Farbe hat. Stock 1 war - was wohl - gelb natuerlich - und damit ein unangefochtener Lieblingsstock. Mein jetztiger Flur ist hellgruen.

Hier gibt es erstaunlich viele Australier im Hostel - natuerlich neben den Massen von Briten, Japanern und Deutschen (die immer noch die drei Hauptgruppen stellen.

Ausserdem war bisher immer jemand in meinem Zimmer, der dort teils monatelang wohnt und einer richtigen Arbeit nachgeht. Ein Bauarbeiter meint, ein Appartment waere nur unwesentlich guenstiger, dafuer aber am Arsch der Welt in irgendeinem Vorort. Da koennte er auch gleich im Citycenter wohnen.

Mein jetztiges Zimmer ist allerdings deutlich ruhiger, weil es nicht mehr 7,5 Meter von der S-Bahn entfernt liegt (ich hab es nachgemessen). Die zuege fahren tagsueber alle 3 Minuten, nachts immernoch alle 30 Minuten oder so. Man hat das Gefuehl, man wird gleich ueberfahren, dafuer konnte man aus dem Zimmerfenster direkt in den Bahnhof gucken, hat auch was. :-)

Mein neues Zimmer ist ruhiger, dafuer auf einem Flur auf dem nur Dorms sind, das heisst die Waschraeume sind deutlich mitgenommener. Aber auch damit laesst es sich leben.

Northbridge

Sonntag, März 8th, 2009

Heute war ich in Northbridge, dem Stadtteil, in dem auch das Hostel liegt, in das ich eigentlich wollte, das aber keinen Platz fuer mich hatte.
Netter Stadtteil, war runtergekommen, entwickelt sich graden zum hippen Partyviertel Perths. Aber mehr auch nicht. Keine Geschaefte, nur Convenient Stores und Cafes und Co. Aber nette Wohngegend, wenn man sonst nichts braucht.

Ich habe beschlossen, in den naechsten freien Tagen in Perth am naechsten Wochenende mit dem Zug immer bis ans Ende der S-Bahn zu fahren und dort auszusteigen und zu gucken, was da ist. Vororte koennen ja auch ganz nett sein. Central Perth ist doch eher klein und auf Dauer langweilig, weil es wenig zu tun gibt.

Morgen geht es frueh um 7 auf Tour fuer 5 Tage in den Suedwesten: Margaret River, Albany, Esperance und zurueck (auch schon 1000+ km). Am Freitag bin ich wieder hier.

See you then!

Gesehene Filme I

Samstag, März 7th, 2009

Gestern Abend beschloss ich mir ein Kino zu suchen, was sich also gar nicht so einfach herausstellte. Ueberall steht, dass es im CBD gleich zwei grosse Kinoketten mit Multiplexen gibt. Hab ich mir also die Adressen gesucht und bin hingelaufen. Das eine ist jetzt eine Baugrube, das andere eine Minishoppingmall voll mit Asialaeden und Massageshops.

Danach hab ich dann ein wenig gegoogelt und herausgefunden, dass innerhalb von 2 Jahren alle Kinos in der Innenstadt von Perth zugemacht haben. Alle Kinos? Nein, ein kleines Kino gibt es noch, und was fuer eins.

The Picadilly Cinema Complex ist noch ein Kino aus der guten alten Zeit und nun das einzige ueberlebende. Nur drei Saele, ueberall kilometerlanger dicker roter Teppich, steile Sitzreihen, Spiegel mit Figuren drauf und schwere Vorhaenge - hier macht Kino gucken noch richtig Spass. Weshalb ich das auch gleich gemacht habe. Zum Preis von 14 A$ sah ich den Film

He’s Just Not That Into You

Ein Film, den man sich vielleicht sowieso nur angucken sollte, wenn man zu zweit hingeht und ueberlegt, ob man zusammenbleiben will oder nicht. Den genau darum geht es. Wann ist der richtige Moment zum Heiraten - sollte man ueberhaupt? Ist es nicht viel besser, auf ewig ungebunden zu sein und trotzdem zusammenzuleben? Wie erkenne ich eigentlich, dass mich jemand mag? All das versucht der Film auf unterhaltsame Art zu klaeren.

Aber Achtung: Definitiv eher ein Teeniemovie. :)

[Ich stehe auf Popcorn-nicht-nachdenken-muessen-Kino]