Rottnest Island

Montag, April 6th, 2009

Heute habe ich mich auf den Weg nach Rottnest Island gemacht. Mit der Faehre braucht man mehr als 2 einhalb Stunden dafuer - weniger, weil es soweit weg ist, sondern weil man auf dem Swan River nur 8 Knoten fahren darf um das Ufer nicht kaputt zu machen.

Dort endlich angekommen, erhielt ich ein leicht rostiges, aber fahrbares Fahrrad und eine Karte und machte mich an den Auftrag “Inselumrundung”. Die Haelfte hatte ich nach einer Stunde geschafft, bis dahin waren es 12 Kilometer. Obwohl huegelig und das Fahrrad nicht optimal, ging es erstaunlich gut. Ich hab dann recht schnell herausgefunden, warum, als ich zum ersten Mal die Richtung wechselte: Fieser, starker Gegenwind. Also habe ich auf dem Rueckweg oefter mal Pause gemacht und an mehreren der schoenen Buchten mal angehalten und mich niedergelegt.
Erstaunlicherweise kamen die meisten der Touristen nicht weiter als 5 Kilometer von der Landungstelle weg. Obwohl auf meiner Faehre allein etwa 200 Leute waren, traf ich am westlichen Ende der Insel nur vereinzelt Leute und man hatte ganze Buchten fuer sich allein.

War also alles in allem ein schoener Ausflug auf eine einsame Insel - und ich bin sogar 25 Kilometer gefahren. Wohoo!

Quokkas (oder Quakkas??) habe ich auch gesehen. Die Insel heisst Rottnest, weil der hollaendische Erforscher die Tiere fuer Ratten gehalten hat und die Insel deshalb Rattennest genannt hat. Sind aber gar keine Ratten, sondern so ne Art Mischung aus Ratten und Koala oder so. Halt sehr gross und mit Beutel und gibt es eigentlich nur auf dieser Insel. Sehr interessante Viecher. Verhalten sich wie Ratten, sind aber dreimal so gross.

Morgen mache ich endlich meine S-Bahn-Tour habe ich mir vorgenommen. :) Letzter kompletter Tag in Australien.

Gesehene Filme III

Dienstag, März 31st, 2009

Hat jemand den Film Australia gesehen? Dort gibt es eine Massen-Szene in einem Kino in Darwin, wo das ganze Dorf einen Film guckt. Diese Kino steht eigentlich nicht in Darwin sondern in Broome, und dort wurde auch gefilmt. Es ist ausserdem der/die/das aelteste “Picture Garden” (ich finde das Wort einfach toll!) der Welt und feierst demnaechst 100. Geburtstag. Ohne das am Gebaeude irgendwas geaendert wurde. Dies ist wirklich eines der schoensten Kinos, das ich je gesehen habe.

Der Zuaschauerraum ist halb ueberdacht. Unter dem Dach stehen Sofas und Deckchairs, in der nicht ueberdachten Haelfte sitzt man in Deckchairs (also Liegestuehlen) und schaut auf eine Riesenleinwand, die mitten in einem rosenbeet steht. Das ganze sieht original aus wie aus dem 1920er Jahren (weil es das auch ist) und wird immer wieder liebevoll saniert. Es gibt wirklich keinen besseren Platz um Filme zu schauen. Besonders nicht in diesem Klima wie in Broome.

Im Eingangsbereich stehen alte Filmprojektoren rum, es gibt viele alte Photographien und es ist einfach toll, alles hat einen klassischen Charakter. Und ich Idiot habe meine Kamera vergessen! Mist.

Nachdem sich dann nach 20 Minuten die Begeisterung ein wenig gelegt hatte (zum Glueck waren wir 7 Leute frueh genug da - es gibt jeden Tag nach Sonnenuntergang einen anderen Film) begann der Film.

The Changeling

Ein wirklich guter (und sogar ernsthafter!) Film, in dem Angelina Jolie in den 1020er Jahren (passend zum Kino) eine Mutter spielt, deren Kind verschwindet, die nach 2 Monaten “ihren” Sohn wiederbekommt, aber feststellt, dass das gar nicht ihr Kind ist. Die Polizei glaubt ihr nicht und will sie uzm Schweigen bringen, dagegen kaempft sie fast einsam an und hofft immer, dass ihr Sohn doch noch wieder auftaucht. Dazu gibt es ein paar erschuetternde Geschichten und Wendungen, schliesslich ist es ein Film nach einer wahren Begebenheit.

Ein wirklich guter (und langer: 2,5 Stunden!) Film, den ich nur empfehlen kann. Nicht der Hollywood-Mist, den ich sonst gerne gucke…

Und falls ihr mal nach Broome kommt: Geht unbedingt in die Picutre Gardens. Ein Film kostet zwar 16 A$, aber das ist es absolut wert, jeden einzelnen Cent! Sowas gibt es glaub ich so nicht noch einmal.

10 Tage Perth -> Broome und zurueck: Awesome! (1)

Dienstag, März 31st, 2009

Ganz ehrlich: Ich habe im Moment keine Ahnung, wie ich diese Tour zusamenfassen soll. Ich glaube, ich brauche da noch ein paar Tage, bis mir was gescheites einfaellt.

Nur soviel: Offensichtlich bin ich wieder in Perth angekommen. Nach mehr als 3.000 Kilometern in 2,5 Tagen, ohne Bett und Dusche. Geschlafen wurde im Truck (kein Bus!) und jeder Baum ist eine Toilette. Gefahren wurde einfach so lange, bis Paul (oder Meat Loaf, wie er genannt wird, also unser Tourguide) nicht mehr kann. Wobei das wort unser eigentlich zu viel ist. Genaugenommen war ich auf dem Weg von Broome nach Perth der einzige Passagier im Truck. Drei Tage nur Meat Loaf und ich - sehr lustig. :)

Von Perth bis Exmouth waren wir allerdings 15 Personen, ab da haben wir noch eine Englaenderin aufgegabelt und die restlichen 5 Tage bis nach Broome mitgenommen. Die Gruppe war sehr gut, auch wenn von 16 Leuten 7 Deutsch waren.

Die Tour war ausserordentlich toll und ihr Geld absolut wert. Wir haben so viel gesehen, dass ich wahrscheinlich die Haelfte schon wieder vergessen habe und mich erst mit Fotos wieder dran erinnern muss (davon gibt es uebrigens weit ueber 600 Stueck). Es war ja wirklich alles dabei, von den seltsam in der Gegend herumstehenden Pinnacles (bitte selbst googlen, wer es nicht kennt), ueber Shark Bay bis Monkey Mia und der Delphinfuetterung. weiter nach Coral Bay wo wir mit Manta Rays und Schildkroetengeschnorchelt sind. Danach ging es weg von der Kueste rein ins Outback und in den Karijini National Park.

Eine total andere Welt, ueberaschend gruen. vielleicht nicht ganz so ueberraschend, wenn man bedenkt, dass die Regenzeit grade zu Ende ist und der Schlamm grade trocknet. Wir haben alle Gorges (ich wuerde sie Canons nennen) besichtigt, was teilweise extrem waghalsige Klettermanoever in und an Felswaenden bedeutete. Da heissen die Abschnitte schon “Handrail” und “Spider Walk” (ich mag den australischen Hang, alles sehr plastisch zu benennen, man weiss gleich, woran man ist) - ihr duerft euch jetzt selbst ausmalen, wie man da klettern muss.
Schlafen natuerlich nicht in Hostels oder Betten (gibt es beides nicht) sondern in Swags unter klarem Outback-Sternen-Himmel.

Nach 3 tollen Tagen in Karijini gibg es weiter nach Port Hedland und Broome. Letzteres ist auf jeder Australienkarte drauf, hat aber sage und schreibe 6.000 Einwohner. Trotzdem die groesste “Stadt” im Umkreis von etwa 2.000 Kilometern. Ehrlich.

Soweit erstmal dazu in Kuerze. Mehr gibt es, wenn ich mir die Zeit nehme, Bilder hochzuladen.

Aber: Diese Tour hat Opfer gefordert!

1.) Meine ehemals schwarzen Sandalen haben jetzt einen edlen Rot-Bronze-Schimmer. Macht sie bestimmt zu einem Unikat.

2.) Meine ueber alles geliebte etwa 8 Jahre alte Strandhose, die mit den Seesternen drauf, die schon von mindestens zwei mir nahestehenden Personen weggeorfen werden sollte. Bisher konnte ich sie immer retten, jetzt nicht mehr. Zum einen war sie rot verfaerbt, diesen Staub kriegt man nicht mal mit Waschen richtig raus, erst recht nicht mit den bloeden australsichen Waschmaschinen, die nur kalt waschen. Zum anderen hat sie ein fettes Loch an einer Stelle bekommen, wo sicherlich keins sein soll.
Das macht jetzt insgesamt eine lange Hose und zwei kurze hosen, die ich in den letzten 2 Monaten weggeschmissen habe. Ich werde die Woche mal einkaufen gehen.

3.) Irgendwas hatte ich noch, faellt mir jetzt grad nicht mehr ein. Mist.

Insgesamt habe ich also seitdem ich vor 3 Wochen in Australien angekommen bin knapp an die 10.000 Kilometer zurueck gelegt. Wirklich wahr. Ich flieg trotzdem lieber nach Hause statt zu fahren… ;-)

Fremantle | Wirtschaft

Samstag, März 7th, 2009

Nachdem ich heute Mittag mein Buch ausgelesen hatte hab ich mich aufgerafft und bin mit dem Zug 25 Minuten nach Fremantle gefahren. Das ganze ist ein sehr alter Ort (fuer australsiche Verhaeltnisse), es gibt dort viele Haeuser, die schon 100 Jahre alt sind, manche aelter, wenig neues und alles (natuerlich) gut restauriert.

Seine Hochzeit hatte Fremantle vor etwa 100 Jahren als es noch wichtiger Hafen war. Heute ist es immer noch der Hafen von Perth, aber gleichzeitig auch ein Seebad mit vielen Touristen.

Deshalb gibt es auch hier einen kostenlosen Bus und alles, was das Touristenherz erfreut. Und einen Hafen, der genauso unterbeschaeftigt aussah, wie alle Haefen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe (und das waren einige) - der “economic downturn” zeigt sich u.a. auch hier in voller Staerke. Generell stehen in der ganzen Stadt viele Geschaefte leer und einiges schliesst.
Von anderne Backpackern hoere ich nur, dass es momentan quasi unmoeglich ist, irgendwo auch nur einen ganz billigen Job zu bekommen, alles wartet sehnsuechtig auf eine Besserung. Bin ich froh, dieses Mal keinen Job suchen zu muessen.

Ansonsten habe ich eine Runde durch Fremantle gedreht, mich kurz an den Strand gelegt und das Wetter genossen.

Fuer morgen habe ich mir Northbridge vorgenommen - einen Stadtteil direkt in der Naehe.