Ganz ehrlich: Ich habe im Moment keine Ahnung, wie ich diese Tour zusamenfassen soll. Ich glaube, ich brauche da noch ein paar Tage, bis mir was gescheites einfaellt.
Nur soviel: Offensichtlich bin ich wieder in Perth angekommen. Nach mehr als 3.000 Kilometern in 2,5 Tagen, ohne Bett und Dusche. Geschlafen wurde im Truck (kein Bus!) und jeder Baum ist eine Toilette. Gefahren wurde einfach so lange, bis Paul (oder Meat Loaf, wie er genannt wird, also unser Tourguide) nicht mehr kann. Wobei das wort unser eigentlich zu viel ist. Genaugenommen war ich auf dem Weg von Broome nach Perth der einzige Passagier im Truck. Drei Tage nur Meat Loaf und ich - sehr lustig.
Von Perth bis Exmouth waren wir allerdings 15 Personen, ab da haben wir noch eine Englaenderin aufgegabelt und die restlichen 5 Tage bis nach Broome mitgenommen. Die Gruppe war sehr gut, auch wenn von 16 Leuten 7 Deutsch waren.
Die Tour war ausserordentlich toll und ihr Geld absolut wert. Wir haben so viel gesehen, dass ich wahrscheinlich die Haelfte schon wieder vergessen habe und mich erst mit Fotos wieder dran erinnern muss (davon gibt es uebrigens weit ueber 600 Stueck). Es war ja wirklich alles dabei, von den seltsam in der Gegend herumstehenden Pinnacles (bitte selbst googlen, wer es nicht kennt), ueber Shark Bay bis Monkey Mia und der Delphinfuetterung. weiter nach Coral Bay wo wir mit Manta Rays und Schildkroetengeschnorchelt sind. Danach ging es weg von der Kueste rein ins Outback und in den Karijini National Park.
Eine total andere Welt, ueberaschend gruen. vielleicht nicht ganz so ueberraschend, wenn man bedenkt, dass die Regenzeit grade zu Ende ist und der Schlamm grade trocknet. Wir haben alle Gorges (ich wuerde sie Canons nennen) besichtigt, was teilweise extrem waghalsige Klettermanoever in und an Felswaenden bedeutete. Da heissen die Abschnitte schon “Handrail” und “Spider Walk” (ich mag den australischen Hang, alles sehr plastisch zu benennen, man weiss gleich, woran man ist) - ihr duerft euch jetzt selbst ausmalen, wie man da klettern muss.
Schlafen natuerlich nicht in Hostels oder Betten (gibt es beides nicht) sondern in Swags unter klarem Outback-Sternen-Himmel.
Nach 3 tollen Tagen in Karijini gibg es weiter nach Port Hedland und Broome. Letzteres ist auf jeder Australienkarte drauf, hat aber sage und schreibe 6.000 Einwohner. Trotzdem die groesste “Stadt” im Umkreis von etwa 2.000 Kilometern. Ehrlich.
Soweit erstmal dazu in Kuerze. Mehr gibt es, wenn ich mir die Zeit nehme, Bilder hochzuladen.
Aber: Diese Tour hat Opfer gefordert!
1.) Meine ehemals schwarzen Sandalen haben jetzt einen edlen Rot-Bronze-Schimmer. Macht sie bestimmt zu einem Unikat.
2.) Meine ueber alles geliebte etwa 8 Jahre alte Strandhose, die mit den Seesternen drauf, die schon von mindestens zwei mir nahestehenden Personen weggeorfen werden sollte. Bisher konnte ich sie immer retten, jetzt nicht mehr. Zum einen war sie rot verfaerbt, diesen Staub kriegt man nicht mal mit Waschen richtig raus, erst recht nicht mit den bloeden australsichen Waschmaschinen, die nur kalt waschen. Zum anderen hat sie ein fettes Loch an einer Stelle bekommen, wo sicherlich keins sein soll.
Das macht jetzt insgesamt eine lange Hose und zwei kurze hosen, die ich in den letzten 2 Monaten weggeschmissen habe. Ich werde die Woche mal einkaufen gehen.
3.) Irgendwas hatte ich noch, faellt mir jetzt grad nicht mehr ein. Mist.
Insgesamt habe ich also seitdem ich vor 3 Wochen in Australien angekommen bin knapp an die 10.000 Kilometer zurueck gelegt. Wirklich wahr. Ich flieg trotzdem lieber nach Hause statt zu fahren…